Einen Lebenslauf schreiben?


#1

Hallo,

ich bin schon ziemlich lange in der gleichen Firma, allerdings gab es intern immer mal die Möglichkeit den Job zu wechseln. Jetzt habe ich aber eine andere Firma entdeckt und wollte mal eine Initiativbewerbung abgeben. Leider bin ich da nicht mehr wirklich fit drin und brauche ein paar Tipps.

Klar, ich kann leicht im Netz Vorlagen finden, aber ich will mich in jedem Fall von der Masse abheben.
Also, was oder wie kann ich das erreichen. Das Format sollte sicher nicht zu schrill sein, aber wie bekomme ich sonst Aufmerksamkeit beim Personaler?

Tipps bitte!!!


#2

Also. Generell würde ich dir Empfehlen: Leg dir ein Xing-Profil und ein LinkedIn Profil an. Solltest du als Programmierer tätig sein, dann hast du sehr schnell sehr viele Headhunter-anfragen.

Und genau so hab ich meinen Lebenslauf auch aufpoliert. Zuerst hab ich den an die Headhunter weitergegeben, dann mit denen telefoniert und in folge dessen ist mein Lebenslauf von einer auf vier Seiten angewachsen.

Tatsächlich ist das auch glaub mit der beste Weg den du gehen kannst - denn je nach Branche wird von so einem Lebenslauf wohl unterschiedliches erwartet. Bei mancher Branche sollte er nicht länger als eine Seite sein, weil ansonsten zu lang. Wir hingegen bekommen Lebensläufe die selten unter 2 Seiten sind und wenn doch mal ein einseitiger dabei ist, dann kommt mir das als eher dürftig vor und schmälert auch die Chancen.

Du kannst ja mal schreiben, für welchen Bereich du dich interessierst - vllt liest es dann ja jemand der vom Fach ist.

Aber egal wie: Wenn du noch kein Xing- und LinkedIn-Profil hast - dann wäre dass das erste was ich an deiner Stelle tun würde.


#3

Interessant - ich lese gerade von IT-Personalern immer wieder, dass alles über 1, maximal 2 Seiten, viel zu viel sei. Das kann an einer anderen Kultur liegen (Großteil aus den USA) oder an der Größe der Firma. Es wird argumentiert, dass sich ein Personaler - vor allem bei vielen Bewerbungen - niemals 4 Seiten durchlesen wird - und das erscheint mir schlüssig. Qualität vor Quantität. Kommt aber sicher auf den Einzelfall an. Es gibt ja auch Firmen, die ihre Checklisten abarbeiten und von Assembler über Delphi bis Java und 10 Jahre React Erfahrung alles abgehackt haben wollen. Dort würde ich persönlich aber auch nicht arbeiten wollen.

Wenn du dich selbst auf eine bestimmte Stelle bewirbst, sollte dein CV auf diese angepasst sein. Ich hebe das eine oder andere mehr oder weniger ab, oder entferne es ganz. Wenn du über einen Headhunter gehst, wollen sie natürlich einfach alles wissen, weil es für möglichst viele Stellen passen soll (was ja auch okay ist, wenn das dein Weg ist).


#4

Gut möglich, dass es hier auch auf die Art der Bewerbung ankommt. Kommst du über einen Headhunter rein, dann hat der ja (im besten Falle) vorher nach den gegebenen Kriterien gefiltert. Von daher gesehen sollten die Lebensläufe der Bewerber ja durchaus sehenswert sein.

Tu ich auch nicht. Mich interessiert nicht jede Projektbeschreibung. Ich lese den immer erst grob und gehe dann in die Details die mich interessieren. Und wenn es dann zu einem Interview kommt, kann man anhand der genannten Erfahrungen seine Fragen auch schön präzisieren.

Erfreulich finde ich es auch, wenn ein Github-Link im Lebenslauf vorhanden ist (wobei ich den meisten eher davon abgeraten hätte - da deren Code nicht hilfreich für die Bewerbung war).


#5

Ich denke es geht vor allem um die Firma. Ding oder auch LinkedIn sind ja eher was für Leute, die generell nach ner neuen Arbeit suchen. Dennoch macht es wahrscheinlich Sinn sich vorab einen Account dort anzulegen. Sobald man in der näheren Auswahl ist, wird man sowieso durchleuchtet und heute gehört es ja schon fast zum guten Ton da angemeldet zu sein.

Ich kenne kaum einen Personaler, der gern mehrseitige Lebensläufe durcharbeitet, daher erscheint mir die “2Seitenregel” auch sinnvoll.

[quote=“Tomate_Salat, post:4, topic:20782”]
Github-Link im Lebenslauf[/quote] versteh ich nicht? Wieso nicht hilfreich?

Wenn du dich von der Masse abheben willst, dann solltest du zwar immer noch gängige Regeln einhalten. Ich würde drauf achten, dass die wichtigsten Kenntnisse und beruflichen Erfahrungen schnell ersichtlich sind. Wie du den gestaltest ist dir überlassen.
Abheben kann man sich beim Lebenslauf maximal indem man eine andere Schriftart als Times oder Arial nimmt. Laut: https://www.tintencenter.com/tinte-sparen/ kommen Adamina oder Ledger in Frage. Sind nur kleine Nuancen, aber die machen den Unterschied.


#6

Nun ja - für uns war es hilfreich, da sich damit die Programmieraufgabe gelöst hat. Wenn wir den Kandidaten anhand vom Code eher als Junior einschätzen dann ist er raus (wir schreiben eigentlich nur Stellen für intermediate oder senior aus).

Wenn du dich da wirklich von der Masse abheben möchtest, dann sollte der Code aber auch entsprechende Qualität haben. Und wenn man dort dann so Dinge wie "abc" == wert liest, dann spricht das eben nicht gerade für den Kandidaten. Und dabei ist mir schon klar, dass private Projekte eher selten die Qualitätsansprüche abdecken müssen wie es professionelle tun (sollten). Aber gewisse Sachen lassen sich halt einfach nicht ignorieren. Und wenn der Github-link noch explizit erwähnt wird, dann gehe ich von aus, dass der Kandidat den Code für gut hält.

Deswegen würde ich von Github-links abraten :wink:

Anmerkung: ach nur so, meine Aussagen sind aus einem anderen Blickwinkel auf das ganze Szenario. Denn ich bin kein Personaler, ich bin Programmierer. Aber wenn sich ein Kandidat für unser Team bewirbt, dann müssen wir den Lebenslauf erst absegnen und können somit auch Kandidaten raus kicken.


#7

Ich packe auf GitHub alles, was irgendwie anderen nutzen kann. Mein 50+ Sterne Projekt ist von 2014 und wird nur gelegentlich aktualisiert. Es waren damals meine ersten Erfahrungen mit NodeJS und dementsprechend sieht der Code auch aus. Die Anwendung läuft aber nun 4 Jahre in Produktion und wird täglich verwendet. Bekommt ihr das alles bei einem Blick in den Code mit oder wäre ich damit “raus”? Muss ich jetzt meine alten Projekte extra für den CV aufräumen? Oder sollte ich alles löschen, was mir peinlich ist (obwohl es hilfreich ist)? Oder lass ich den GitHub Link ganz weg, obwohl er meine Mitarbeit an Open Source unterstreicht?

Ich kann verstehen, dass man eine gewisse Qualität im Projekt erwartet. Aber wenn man Leute bereits vor dem Bewerbungsgespräch kickt, weil sie “abc” == wert verwenden, wird mir der berühmte Fachkräftemangel so langsam klar :smiley:


#8

Man sieht ja durchaus, von WANN ein Repo ist und ältere Repos fallen da weniger stark ins Gewicht als neuere. Wenn ich mir einen Github-account anschaue, dann interessiert mich auch hauptsächlich aktueller Code.

Warum? Wenn wir keine Juniors/Praktikanten suchen, dann erwarten wir auch ein gewisses Wissen über die Sprache. Und wer bei Java nicht verstanden hat wie man Strings vergleicht, der fällt eben in die Kategorie Junior Dev. Ist das dann auch noch aktueller Code, dann kann man sich die Einladung eben sparen. Wir sind kein Ausbildungsbetrieb und haben auch keine Zeit uns nebenbei noch um einen Junior zu kümmern. Wir haben viel Arbeit für zu wenig Entwickler (weswegen wir gerade auch ein weiteres Team aufbauen). Da liegt der Fokus eben auf Intermediates und Seniors :wink:


#9

Ups, ich war hier bei JavaScript und dachte, du wolltest "abc" === wert statt "abc" == wert sehen. Mea culpa :smiley:


#10

(Fun: Juhu, dann falle ich wahrscheinlich/vielleicht nicht in diese Kategorie.) @Exarchia Format nicht zu schrill, Anschreiben nicht zu lang (vielleicht 1 1/2 Seiten), und, falls eine KI deine Bewerbung “lesen sollte”, nach Möglichkeit ALLE Felder ausfüllen. (Fact: Zu viel Aufmerksamkeit erzeugen, bewirkt aber ab und zu das Gegenteil.)