Sehenswerte WDR-Dokumentation Elektroautos: Wie sie die Umwelt zerstören

#1
#2

“Sehenswert” ist relativ, enthält halt schon einige Fehler…

Zum Lithium-Abbau und Wasserverbrauch: https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html

Zur “Schwedenstudie”: https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/elektroauto-akkus-so-entstand-der-mythos-von-17-tonnen-co2/23828936.html

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#3

Auch sehenswert. Lesch demontiert das Batterieauto

#4

Auch da gibt’s einige “Denkfehler” die ich von Herrn Lesch wirklich nicht erwartet hätte:

  1. Die resultierende Mehrleistung für das Laden der E-Autos wird fühestens in 30 Jahren benötigt, nicht morgen.

  2. Warum sollten die E-Autos per 350kW Schnelladung und nicht per 3kw Langsamladung über Nacht geladen werden?

  3. Wenn schon Schnelladung: wieso sollten sich die E-Autofahrer dazu verabreden, das gleichzeitig zu tun? Auch heute fahren ja nicht eine Million Autofahrer gleichzeitig tanken. Gleichzeitige Langsamladung ist (in 30 Jahren) kein Problem, haben jedenfalls die Energieversorger behauptet.

  4. Die Lithiumgewinnung ist zwar nicht “sauber”, aber bei weitem nicht so schlimm wie behauptet. Insbesondere wird inzwischen Wassermanagement betrieben und das entnommene (Salz-)Wasser mit Meerwasser aufgefüllt.

  5. Auch H2-Autos brauchen Lithium-Batterien, wenn auch kleinere.

  6. Zur H2-Synthese wird 4mal mehr Strom benötigt, als wenn man diesen direkt verfährt (H2 per “billiger” Damphreformation aus Erdgas setzt noch mehr CO2 je Kilometer frei als Diesel…). Dazu muss das H2 noch die (noch nicht existierende) Infrastruktur finanzieren. Der Preis für H2 an der Tanke muss also mindestens 4 mal teurer sein als Strom.

bye
TT

#5

Auch in deiner Argumentation gibt es diskussionswürdige Punkte.

Eine Million Elektroautos bis 2020 war ja mal eine Zielvorgabe. Wenn die täglich Laden, dann hat man da schon einen Punkt.

Das die Verbreitung aber rasant zunehmen wird steht wohl außer Frage zumal Elektroautos jetzt auch in vernünftige Preisregionen vordringen. Das wird schneller gehen, wesentlich.

Mit 3kw kann man laden, aber wenn ich richtig gelesen habe, hast du auch eine Wallbox die mehr liefert? Rückkanal damit der Stromanbieter nötigenfalls Last abwerfen kann ist auch noch nicht so verbreitet. Also muss alles dafür ausgelegt sein.

Das typische Szenario ist der Feierabend. Die Leute fahren nach Hause, stecken an und möchten dass auch zeitnah geladen wird um danach noch irgendwohin fahren zu können. Und ratzfatz hat man eine Verabredung zum gleichzeitigen Laden. Beim Tanken an der Tankstelle sieht es abends jedenfalls immer sehr chaotisch aus. Nachmittags um 2 oder 3 oder Vormittags um 10 ist da immer tote Hose. Warum wohl? Mit Schnellladern hätte man eine vergleichbare Situation.

Ja klar. Wenn die sagen, dass das doof wird, müssen Sie investieren, was die Gewinne schmälert (Stromanbieter zahlt). Wenn keine Zeit mehr bleibt, dann rufen sie “Hilfe wir brauchen Subventionen, sonst bricht das Netz zusammen” (Steuerzahler zahlt)

H2-Syntehese ist ja dazu gedacht Strom aus Überproduktion zu speichern.
Offshore-Windkraft und eben keine Leitung an Land legen, sondern Offshore H2 produzieren und per Tanker an Land bringen.
Irgendwo in Afrika, Solaranlage hinstellen, Wasserstoff produzieren und nach Europa transportieren anstatt ein Kabel zu ziehen, dass dann durch zig Diktaturen läuft.

#6

Die WDR Doku ist schon peinlich schlecht recherchiert und auf Facebook haben sie sich auch schon entschuldigt. Klar ist auch ein e-auto nicht gut für die Umwelt.

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#7

Das ist bei der Argumentation absolut nebensächlich. Die Rech nung von Herrn Lesch geht nämlich vom “durchelektrisierten” Verkehr aus, und dass von den 54Mio E-Autos, die es in diesem Fall in rund 30 bis 40 Jahren geben wird jeden Tag jedes 54ste laden muss, eben 1 Mio am Tag.

Die Technik dafür haben wir schon lange. Ist die selbe, mit der früher Nachtspeicheröfen betrieben wurden. Die muss halt nur in die Steckdosen eingebaut werden.

Darüber hinaus kann man Lastmanagement ganz billig über die Spannung betreiben.

Nach Feierabend “mal eben noch irgendwohin Fahren” bedeutet laur ADAC typischer Weise nur 14km. Das lädt man selbst an der Suko in einer Stunde während des Abendessen, Aber selbst wenn nicht reicht die Restkapazität trotzdem, Die Kiste lädt dann halt den Rest der Nacht voll, wenn man vom “mal eben irgendwo hin Fahren” wieder zurück ist.

Die reicht aber bei weitem nicht, um damit eine nenneswerte Anzahl FVC zu betreiben:

https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/news/2019/Stromerzeugung_2018_3.pdf

Der Umsatz mit positiven Preisen lag bei 9785.7 Mio. Euro (99.3%), mit negativen Preisen bei 4.7 Mio. Euro (0.7%)
Grafik: B. Burger, Fraunhofer ISE; Daten: EPEX

Die Tendenz ist übrigens fallend.

https://www.agora-energiewende.de/fileadmin2/Projekte/2018/Jahresauswertung_2018/125_Agora-JAW-2018_WEB.pdf

Der
mittlere Wert der negativen Strompreise sank im
Jahr 2018. Mit rund minus 14 Euro halbierte sich der
Wert im Vergleich zum Jahr 2017 fast

4'700'000€ / 14€/MWh = 335'714MWh = 335,7GWh

Daraus erzeugtes H2 ist wegen der schlechten Effizient der H2-Synthese und der noch schlechteren Effizient der Brennstoffzelle im Auto für 83GW-Fahrleistung gut (noch ohne Verluste beim Transport). Bei 16kWh/km sind das 5'600'000'000km / 15'000km/jahr = 373'300 Fahrzeuge
Also “Überstrom” alleine wird für den Betrieb einer Flotte privater H2-Autos nicht reichen, davon abgesehen, dass die Syntheseanlagen mit so wenig Vollaststunden den Preis für H2 in astronomische Höhen treiben würden.

Also mit 50% Verlust, statt mit 5%.
Tolle Idee.

Wie viele Diktaturen liegen denn Zwischen der Sahara und Deutschland? Zählt Italien schon wieder als eine? ;o)

bye
TT

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#8

Richtig! Und da gibts auch nichts zu beschönigen.

Aber eben deutlich besser als ein Verbrenner.

bye
TT