Minijobber vs Freelancer


#1

Hallo zusammen,

ich habe endlich einen potenziellen Kollegen gefunden, welchen ich vorerst als Minijobber oder Freelancer beschäftigen möchte. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beim Minijob sehe ich den Vorteil, dass er seine Arbeitszeit gemäß Vertrag leisten muss, bei Freelancern hatte ich bisher oft “keine Zeit” usw. Da fehlte mir sicher der richtige Vertrag.

Würdet ihr den Minijobber vorziehen oder eher per Rechnung abrechnen? Für den Kollegen ist das egal, er würde es als Nebenjob machen, würde er glaube so oder so voll versteuern müssen.

Beim Minijobber ist jedoch Urlaub Pflicht, 8 Tage im Jahr wenn er 2 Tage pro Woche arbeitet.

Freue mich auch eure Sichtweisen.
Edit: Meine STB rief grad an, wird mit 2% Pauschaler Einkommensteuer versteuert und ein Minijobber auf 450 würde 531 EUR kosten, 10 Stunden pro Woche, bei etwas mehr als Mindestlohn. Das klingt nicht schlecht.


#2

Normalerweise würde jeder, aber auch absolut jeder einen Freelancer beschäftigen, bevor er jemanden einstellt.

Plötzlich bist du nicht mehr nur Unternehmer, sondern Arbeitgeber. Da klingelt dann die Berufsgenossenschaft, Sozialabgaben werden unter Umständen fällig und und und. Auch wenn man da beim Minijobber vielleicht noch nichts abdrücken muss, Papierkram gibts da auf jeden Fall. Dein STB wird sich freuen.

Freelancer hingegen schreibt dir eine Rechnung, du bezahlst und ziehst es von den Einnahmen ab. Fertig. Evtl. noch Umsatzsteuer mitverrechnen, da durchlaufender Posten kein großes Problem. Ganz am Anfang noch eine Prüfung der Sozialversicherungspflicht machen. Das war es dann aber auch schon.

Hängt aber auch immer noch davon ab, ob das ganze als Freelancer Tätigkeit durchgehen kann.


#3

jup - auch wenn es eigentlich Aufgabe des Freelancers ist - macht der Freelancer was falsch, zahlst Du nach (allerdings nur Deinen Anteil) - wobei Du Dich da auch nur auf die Aussagen des Freelancers verlassen kannst

Stichwort: Scheinselbständigkeit

Ansonsten verstehe ich den (angehenden) Freelancer nicht - ca. 11€ Stundenlohn als Minijob gegen >65€ als Freelancer - das Verhalten ist mir unverständlich


#4

Der Kollege würde einem Gewerbeschein holen, wenn wir nicht als Minijobber einstellen. Meine stb nimmt 20 Euro für die Abrechnung🤔 mit feelancing weiß ich nicht ob das durch geht, da hab ich keine Ahnung von. Geht in Richtung Büroorganisation und Kundenbetreuung. Da ist sicher nicht freelancing aber jemand der einen Gewerbeschein mir „Bürotätigkeiten/Aushilfe“ hat, könnte das machen, wird aber wesentlich teurer.


#5

Aber ein Freelancer arbeitet nicht für 8,90 die Stunde


#6

Niemand mit gesundem Verstand arbeitet für diese Summe in der IT (ausser vielleicht ein Schüler, der sich als Nebenjob etwas verdienen möchte)


#7

@Sym wer hat denn gesagt, dass er/sie in der IT arbeiten soll für 8 EUR? Er kann auch als Minijobber nur 5 Stunden arbeiten, dann hat er mehr. Das tut doch hier auch nichts zur Sache, die Frage geht nicht um den Verdienst, sondern welches Anstellungsverhältnis das bessere ist.


#8

Unabhängig vom Stundensatz musst du es für dich überlegen.

  • Minijobber ist bei dir angestellt, da gelten Kündigungsfristen usw.
  • Freelancer ist unabhängiger, kann dir aber auch weglaufen aber vorallem musst du mit Scheinselbsständigkeit aufpassen, weil sonst musst du ganz schnell Sozialabgaben abführen :wink:

Unabhängig davon, wenn dein Kumpel nen Ingenieursstudium hat braucht er keinen Gewerbeschein :wink:


#9

Danke, dass mit dem spontanten Weglaufen ist ein gutes Argument gegen freie MA. Denn genau diesen Kollegen hatte ich mal mit ein paar Sachen beauftragt und dachte er steigt fest ein, aber nix war. Mit den Soziabgaben hab ich inzwischen in anderen Foren auch gelesen, bei einigen ging das nach hinten los.


#10

Ja ok wenn der so unzuverlässig ist, dann würde ich mir das alles genau überlegen :wink:
mit Scheinselbstständigkeit ist ein schweres Thema, aber wenn es für ihn eh nur so ein Zuverdienst ist bist du auf der sicheren Seite. Wenn er irgendwo angestellt ist um so mehr


#11

Ok gut, unzuverlässig würde ich es nicht nennen, hatte ein paar private Probleme auf die wir ja nicht näher eingehen müssen :slight_smile: Dann wart ich mal ab was meine STB abschließend dazu noch sagt, aber im Moment tendiere ich zum Minijob


#12

Da das von mir kam

Ich bezog mich auf deine Aussage hier:


#13

Naja, das muss man differenziert sehen. Er hat IT wirklich nicht explizit erwähnt.

Andererseits, angenommen du betreibst einen Webshop (Schuhe), so wie das Unternehmen im Nachbardorf bei mir, dann haben die da auch geringfügig beschäftigte, die Fotos der Produkte machen und den ganzen Scheiss einpflegen. Grösse, Material und vielleicht noch ne kleine Beschreibung. Das ist dann zwar auch IT, aber nichts in der Grössenordnung 65,- pro Stunde und Studium vorausgesetzt.


#14

Genau, so. Er/Sie wird neben dem allgemeinen Bürokram auch Software testen, aber nicht im Sinne von Unit Tests sondern schauen ob eine Oberfläche macht was sie soll (im Bezug zu den Kundenwünschen), Schreibfehler oder irgendwelche Fehlfunktionen enthalten sind. Dafür muss man nicht IT studieren und 65 EUR wollen.

Aber zurück zur ursprünglichen Frage, es wird wohl Minijobbasis werden. Meine STB ist auch der Meinung alles andere wäre Scheinselbstständigkeit, wenn er ein Gewerbe anmeldet um für mich zu arbeiten. Gibt da aktuell auch eine neue Regel, 90 Tage abgabenfrei - meine STB prüft das nun alles. Besten Dank euch, Thema ist erledigt :slight_smile: