Remote Arbeit nach Pandemie

Heutzutage sieht man aufgrund der Pandemie mehr Remote-Projekte für Freiberufler.
Aber was denkt ihr, wenn diese Pandemie vorbei ist, werden Remote-Projekte viel populärer sein als vor der Pandemie?

Natürlich ist niemand von uns ein Hellseher und es ist schwer vorherzusagen, wie die Remote-Arbeit für Freiberufler in Zukunft nach der Pandemie aussehen wird, aber es erscheint mir logisch, dass mehr Remote-Arbeit möglich sein wird. Was denkt ihr?

Es hätte den Vorteil, dass Menschen, die nicht reisen wollen, eine größere Auswahl an Remote-Projekten hätten. Ich bin an eurer Meinung sehr interessiert.

Vielen Dank im Voraus für eure Meinung!

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Das ist sicherlich auch besser für die Umwelt. Weniger zu reisen.

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Der Trend zur Remote-Arbeit war schon vor der Pandemie zu bemerken, und ist jetzt natürlich deutlich verstärkt worden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das fortsetzen wird.

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Definitiv, remote work war schon lange in den USA ueblich gerade fuer selbststaendige SW Entwickler, durch die Pandemie wurde dieser Trend noch beschleunigt (wie andere auch) und von den grossen Tech Firmen gibt es einige die das jetzt fuer Festangestellte zur Normalitaet erklaert haben, viele bieten flexibles Homeoffice fuer ein paar Tage an.
Es scheint auch aber dass viele Firmen kein Interesse daran habend dass die Mitarbeiter nicht immer im Buero sind.

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+1. Man soll sich kein Beispiel an mir nehmen, aber für mich käme kein Homeoffice mehr gar nicht mehr infrage. Ich entwickle Angststörungen, wenn ich mit anderen in einem Büro sein muss. (Wie gesagt, nehmt euch kein Beispiel an mir…) Aber auch für die Produktivität ist im IT-Bereich Homeoffice natürlich besser.

Angststoerungen sind sehr ueblich, vor allem was im englischen als „social anxiety“ bekannt ist, viele Betroffene wissen gar nicht dass sie diese haben, aber sehr isoliert zu sein mag die Symptome reduzieren, der Preis ist Einsamkeit und man gewoehnt sich sehr schnell an seine Komfortzone, ds macht das ganze dann schlimmer weil die Angststoerungen dadurch staerker werden.

@maki tl;dr: Richtig zusammengefasst wiedergegeben… „Social anxiety“ war mir sogar bis dato als Begriff nicht bekannt.

Aber ich hatte es versucht, und es wurde nicht besser. Ich schließe daraus, dass ich nicht therapierbar bin. Man kann den anderen ANs auch nicht sagen, in gewisser Hinsicht besondere Rücksicht auf jemanden zu nehmen. Aber wie gesagt, man sollte sich kein Beispiel an mir nehmen, denn ich bin nicht normal.

Weiterhin bedeutet das natürlich, dass ich ohne Homeoffice-Möglichkeit nicht arbeiten kann. :face_with_hand_over_mouth: Aber ich befürchte, es wird noch etwas dauern, bis auch BWLer-AGs das verstehen.

Die Dinge sind so, wie sie sind.

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Ich denke, Freiberufler sind eine sehr kleine und sehr spezielle Kategorie. (Eine andere Frage ist, ob das ganze auch bewirkt, dass es mehr Freiberufler gibt - das erscheint mir nicht abwegig, ganz nebenbei). Aber ich glaube, dass es in (zu) vielen Firmen noch Vorbehalte gegen Home-Office gab und gibt. Vielleicht ist es im letzten Jahr „normaler“ geworden (auch wenn das Wort, bezogen aufs letzte Jahr, irgendwie komisch klingt), aber es gibt immernoch genug Chefs, die schlicht glauben, dass man zuhause nichts arbeitet, und erwarten, dass man, nach dem Motto „Der frühe Vogel hat Gold im Mund“ um 9:00 in seinem Büro sitzt und … sich so viel Kaffee reinschüttet, dass einem die Augen nicht zufallen :roll_eyes:

Wie es in Zukunft weitergehen wird, ist schwer zu sagen. (Dass es kein „nach der Pandemie“ geben wird, sollte klar sein, aber man sagt das halt so, aus einer Art Wunschdenken heraus, gell?). Aber das hängt nicht zuletzt auch von der Darstellung des ganzen ab. Ein passender Artikel:

Ohje. Oh nein. Wie schlimm. Ein paar weitere solche Artikel, und das ganze vielleicht noch um 20:00 in die Hirne der Menschen projizieren, und noch ein paar Studien von anderen „„Unternehmensberatern““, dann werden die Leute ganz schnell glauben, dass Home Office etwas schlechtes ist. (Da hängen Medien, Wirtschaft und Politik zusammen, aber wer da nun zu welchem Grad wen steuert, weiß ich gerade nicht…)

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Ich lese das als: „Oh nein, Firmen, die Leistungen erbracht haben, die wir ganz offensichtlich nicht wirklich brauchen, müssen sich andere Betätigungsfelder suchen. Sad.“ Ist das nicht genau das, wofür die tolle unsichtbare Hand, a.k.a. „die Märkte“, da sind, um es zu korrigieren? Kapitalismus 101?

Ich frage mich, welches BIP wir haben könnten, wenn alle Leute etwas auch nur entfernt nützliches / notwendiges tun würden, wenn es also keine Bullshit-Jobs gäbe.

Etwas Spaß muss sein:

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Die „unsichtbare Hand“, die z.B. der Lufthansa neun Milliarden Euro zuschachert, weil die Leute, die für eine Woche nach Malle geflogen sind, und vor allem diejenigen, die für irgendein Meeting morgens von Berlin nach Rom und abends wieder zurück geflogen sind, das jetzt nicht mehr tun? (Wie oft habe ich mir, wenn ich auf irgendwelchen Meetings war, gewünscht, dass es eine Technologie gäbe, mit der Menschen über große Entfernungen hinweg kommunizieren können…)

Natürlich ist es einerseits nicht so einfach: Es gibt Jobs, die an diesen Prozessen und Strukturen dranhängen - d.h. einerseits an Geschäftsreisen, andererseits aber dem, worum es hier wohl eher geht, nämlich Büro-Pendlern. Dass das jetzt schlagartig weggefallen ist, zieht Schockwellen nach sich. Anders wäre es gewesen, wenn auf die aktuellen Home-Office-Möglichkeiten über einige Jahre hingearbeitet worden wäre. Aber … daran hatten (offensichtlich) weder Wirtschaft noch Politik ein Interesse - sonst wäre es schließlich passiert. Zeit genug war jedenfalls.

Wer nun welches Interesse daran hat, „Der Bewölkerung“ Home Office madig zu machen - da kann man lange spekulieren. Vor einiger Zeit hat ein Deutsche-Bank-Analyst mit dem Vorschlag einer „Home-Office-Steuer“ ja sowohl in bezug auf das Ziel, als auch in Bezug auf die Argumentationslinie in die gleiche Kerbe geschlagen: "Oh, jeh, wie schlimm, ohne die Pendler werden unsere Straßen nicht abgenutzt … " (… oder so ähnlich :roll_eyes: ).
Nun.
Wenn mit eine Handvoll Bürokomplexe in der Frankfurter Innenstadt gehören würden, würde ich auch alles daran setzen, die nicht durch dieses „Home Office“ obsolet und damit weit weniger wert werden zu lassen. Ich frage mich nur, warum sie das mit solchen „Studien“ und „Analsyen“ hintenrum versuchen. Sollen sie doch einfach die Politiker bestechen, damit die dann Home-Office verbieten. So schwer ist es doch nicht.

Über das mögliche BIP für diesen Fall kann ich mich mal informieren. Ich kenne da einen Senior Future Enterprise Consultant Manager, der hat in seiner Abteilung einen Strategic Office Development Analysten, in dessen Abreitsgruppe ein Junior Economic Research Data Scientist arbeitet. Der hat mal BWL studiert, und kann dir dieses BIP ausrechnen. Ich schick’ dir dann die Powerpoint-Folie mit dem Screenshot der Excel-Tabelle.

Ich habe einen Verdacht. Es gibt Jobs, die nicht im Homeoffice erledigt werden können. Damit keine Neiddebatte entsteht, wird allen das Leben schwer gemacht. Das würde perfekt zur historisch einzementierten deutschen Nachkriegszeitdenkweise passen.

De. muss sich ein bisschen überlegen, wo es hin möchte. Kleiner Tipp: Da gibt es etwas, das nennt sich das 21. Jahrhundert und soll vor etwa zwei Jahrzehnten begonnen haben… Vorbilder könnten England und Co. sein. (Die Liste der Länder, die das „besser handhaben“ als wir, ist so lang, dass eine Aufzählung jetzt schlicht aus dem Rahmen fallen würde.)

Ich würde mich über die vollständige Auflistung sehr freuen, danke im Vorraus :slight_smile:

Amazon, American Express, Atlassian, Capital One, DropBox, Facebook, Microsoft, Salesforce, Shopify, Quare, Slack um nur ein paar Firmen zu nennen bei denen remote work als permanente Loesung gefahren wird.

Natuerlich nicht fuer alle, als Fahrer bei Amazon geht halt kein remote work, als SW Entwickler meist schon.

Ich glaub dass sich in großen Konzernen etwas geändert hat und dabei bleiben wird, aber um so kleiner die Firmen sind um so eher kehren sie zu Kein HO zurück.

Die Konzerne die ich kenn sind sehr früh ins HO geschwenkt und werden das nach meinen Infos bei behalten oder nur minimal wieder einschränken.
Aber ich sehe auch Projekte wo es kein Homeoffice gibt

Ich gehe davon aus, dass zumindest in der IT der Anteil an Homeoffice höher sein wird als früher. Für mich ist dafür die folgende Kombination ausschlaggebend:

  • Die Pandemie hat gezeigt, dass es grundsätzlich geht
  • Die IT ist ein Arbeitnehmermarkt, es gibt hier einen echten Fachkräftemangel (Sprich, auch wenn man die Bezahlung erhöht, erhöht sich der Pool an Arbeitskräften nicht - im Gegensatz zu den Branchen wo Fachkräftemangel heißt „Wir finden nix für Peanuts“)

Das heißt, Unternehmen die ihren Mitarbeitern kein Home Office anbieten sind im Wettbewerbsnachteil gegenüber welchen, die es tun. Wenn ich den Xing-Spam sehe, wie oft da drin steht „Home Office möglich“, kann ich das gar nicht mehr zählen (Manchmal steht auch dabei „Home Office leider nicht möglich“). Bei uns in der Firma rechnet mein Chef nicht damit, dass die Bürobelegung nach der Pandemie wieder so sein wird, wie vorher. Er selber plant auch mit 2-3 Tagen Home Office die Woche und bei mir sieht es ähnlich aus.

Die andere Seite, die Auftraggeber die Projekte vergeben haben jetzt in der Pandemie erlebt das es funktioniert. Bei dem Projekt wo ich bin, haben wir mehr Stunden verbraucht, als kalkuliert aber trotzdem deutlich weniger Budget verbraucht. Das hat zwei Ursache:

  • Der Tagessatz für Remote Arbeit ist geringer als der für Vor-Ort Arbeit
  • Keine Reisekosten

Und das ist das Argument, was im Endeffekt auf Auftraggeber Seite ziehen wird - der Preis. Remote Arbeit (=Aus Sicht des Auftragsnehmer Home Office geeignet) ist günstiger. Und die Firmen haben nun die Infrastruktur um das auch technisch zu unterstützen. Dementsprechend wird ein Angebot, was aufgrund von einem hohen Remote Anteil günstiger ist, in Zukunft vermutlich ernsthafter in Betracht gezogen als früher.

Das 100% Home Office / Remote Arbeit in Projekten möglich sein, wage ich aber zu bezweifeln - in Teilen mit Sicherheit, aber es gibt immer wieder Aktivitäten wo es sinnvoll ist, wenn man sich vor Ort trifft. Aber im Gegensatz zu früher ist meine Erwartung, dass das eher geplante „Ausnahmen“ sind, als die Regel.