Gehalt Informatiker

Ich habe ähnliche Erfahrungen wie du hinter mir. Hab auch mit nem Vertrag in der Tasche mit meinem AG was ausgehandelt und bin geblieben. Wäre aber auch ohne zu zögern gegangen, wäre er mir nicht entgegengekommen (und es waren trotzdem 15% weniger als das neue Angebot, aber eben auch weniger Risiko für mich)

Das Ding ist, die Headhunter werden immer unverschämter, daher sucht mein AG selbst mit 5 Mann nach neuen Leuten. Und schreibt eben auf Xing an.
Früher gabs so Angebote von Recruiting-Firmen: 30% Jahresgehalt als Prämie, davon 50% bei Einstellung und 50% nach Probezeit und wenn er innerhalb von 12 Monaten kündigt bekam man was zurück.

Bzgl. Gehälter verstecken…wir sind doch selbst schuld? Jeder kann doch sein Gehalt mit jedem austauschen. Wir tun es aber nicht, weil wir Angst haben, dass der andere mehr verdient und bleiben lieber in der plüschigen Ungewissheit. Und versuchen diese „Last“ auf die AN Seite abzuwälzen. Das bringt aber nichts.

Heute: „70% sofort, 30% nach Probezeit, zurück gibts nix“.

Wären alle Gehälter transparent, würde sich die Frage gar nicht stellen. Die Unternehmen profitieren von der Geheimhaltung, weil sie die Gehälter klein halten können. Einige wenige bestehen dann auf ihren Marktwert, und bekommen dann deutlich mehr als ihre Kollegen (und möchten es verständlicherweise nicht mit anderen teilen). Das führt zu einer Ungerechtigkeit, dass sich dein Gehalt mehr nach deinem Verhandlungskönnen richtet als nach deinem eigentlichen Können oder Output.

Bei Tarifverträgen und im öffentlichen Dienst funktioniert’s ganz anders. Die Gehälter (bzw. die Spannen) sind transparent, einige wenige verdienen nicht auf Kosten anderer, und die Unternehmen können keine zu niedrigen Gehälter zahlen (im Vergleich zu deinen Kollegen der gleichen Stufe).

Für mich klingt das nach Wegschieben der eigenen Verantwortung. Du sagst es ja selber: „Einige wenige bestehen dann auf ihren Marktwert“. Warum sind es so wenige? Warum bestehen nicht mehr auf dem eigenen „Marktwert“? Anstatt selbst aktiv zu werden, Risiken einzugehen und eben das Gehalt zu fordern, mit der möglichen Ablehnung klarzukommen, sich umzugucken etc, versucht man irgendwie über angebliche „Gerechtigkeit“ sein Gehalt zu pushen.

Und angebliche Gerechtigkeit daher, dass vllt jemand 5* umgezogen ist und gewechselt hat um letztendlich DEN Job zu bekommen während sein Kollege seit 10 Jahren nebenan wohnt und aus Bequemlichkeit sich nie umgesehen hat. Sollen dann beide das Gleiche bekommen? Oder wie wird dann ein Unterschied gemessen? Was wird dann für ne Diskussion geführt?

Auf der anderen Seite stimme ich dir auch zu, auf dem gleichen Level sollten ungefähr die gleichen Gehälter gezahlt werden.

Das die Gehälter im öffentlichen Dienst anders funktionieren ist zwar wahr…aber zum einen sind die Gehälter in der IT nicht konkurrenzfähig und zum anderen ist der öffentliche Dienst keine Firma und muss Leistung bringen.

Auf „Kosten anderer“ verdient eh kein Kollege, das verdient der Firmeninhaber und die Anteilseigner.

Ich schaue mir schon mal die Angebote von Recreuitern an, aber mehr aus Neugier.

Als ich letztes Jahr einen neuen Job gesucht habe, habe ich selbst geschaut, eine große Liste mit Unternehmen aus der Region gemacht, Infos (wie Kununu-Score) dazu gesucht, und dann von oben nach unten abgearbeitet. Ich bin dann auch bei einem Unternehmen meiner Top-10 gelandet (und immer noch sehr zufrieden).

Ich glaube, ich würde mich nicht damit wohlfühlen, bei einem Unternehmen zuzusagen, wenn ich es nicht schon bei allen „besseren“ probiert hätte. Und wer weiß, welche Unternehmen ich von Recruitern vorgesetzt bekomme. Wäre zu unstrukturiert und random für mich.

Ich hab nie ein geheimnis draus gemacht, ich kenne auch die gehälter meiner alten IT kollegen. Die meisten anderen verraten aber nix.

Schickt eure wahrscheinlich einzige Mitarbeiterin nach vorne, stellt ein Lohnauskunftsersuchen an euren Arbeitgeber und tada, ihr wisst wie viel wer in eurem Unternehmen in gleicher Position bisher verdient hat.

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Ich hab mein Gehalt seit über 20 Jahren nicht verheimlicht, da hat nur der AG etwas davon.

Beim letzten Job hab ich mich leider „vergriffen“, ist echt bescheuert dass Firmen in den halben dutzend Vorstellungsgespräch/Tests/Kulturinterviews etc. pp. nicht sagen was wirklich Sache ist.

zB. wurde ich von einem Team externer interviewed, das sagt einem aber keiner, am ersten Arbeitstag bekommt man dass dann gesagt… so was bescheuertes!
Wenn hab ich denn da interviewed bzw. wessen Firmenkultur hat man mir vorgegaukelt?
Ich schicke doch auch jemand anderen vor für die Interviews/Tests und am ersten Tag komme ich dann selber rein.
Nun, das externe Team war wirklich gut was Teamarbeit, agiles vorgehen, „psychologische Sicherheit“ usw. angeht, alles super. Die sind aber weg, der Vertrag ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert.
So, die internen arbeiten nicht als Team, Manager schreien ständig Ihre Leute an, Tickets dürfen nur in Anwesenheit des Abteilungsleiters geschlossen werden, drakonische „Security“, sehr viele Prozesse die nicht funktionieren aber eingehalten werden müssen, alles in allem eine Firma in der man nicht arbeiten will…

Sorry, musste ich mal kurz loswerden.

Finde ich gut dass du das teilst. Wusste nicht dass das ein Geschäftsmodell ist. Da kann jeder daraus lernen. Du hast ja scheinbar auch Fragen gestellt. Waren es einfach nur die falschen? Hast du nicht mal gefragt wer von denen dein Vorgesetzter wäre, oder wie die Teamorganisation abläuft?

Das stell ich mir urkomisch vor. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass dir dann fristlos gekündigt wird + evtl. Schadensersatz, bin kein Anwalt. Und dann könnte ich mir das im umgedrehten Fall genau so vorstellen. Hast du dich diesbezüglich mal schlau gemacht? Oder lieber einfach zu Ende führen?

D.h. du bist jetzt woanders oder noch da?

Hab mich jetzt auch vergriffen. 16 Monate bei nem AG gewesen, wo ich viel Geld für wenig Arbeit bekommen habe. Sehr langweilig. Jetzt sieht’s wieder besser aus. Gehalt steigt auch stetig

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Ha! Gefühlt der Traumjob meiner Kollegen. Wir haben viel Arbeit, aber die arbeiten nichts, also wirklich null :smiley: Heute wollte mir einer eine Datei zuschicken, damit ich die hochlade. Also anstatt die einfach selber auf unseren Server zu stellen, schickt er sie mir… da scheitert es schon an solchen winzigen Verwaltungsakten.

Aber freut mich dass es bei dir wieder läuft :smiley: Ich bräuchte Urlaub, und wenn ich es recht verstehe ist deine Stelle gerade frei geworden? :smiley:

Ja, die Firma stellt weiterhin ein obwohl es kaum Projekte gibt. Man gibt sich zuversichtlich aber in meinem Bereich dürfte meine alte Abteilung demnächst in anderen aufgehen.

Aber was du beschreibst ist schon krass. Das muss doch auffallen

Sorry hab deine Fragen gerade erst gesehen lol.

Ja das war nix, war am ersten Tag schon klar dass es da anders läuft als verkauft wurde („always ask for permission first!“).

Bei der jetzigen ist es etwas besser, aber nicht wirklich prikelnd um ehrlich zu sein.
Irgendwie scheinen so Themen wie „Team Building“, „Feedback“ und „Mentoring“ hier in D nicht so üblich, hoffe ich täusche mich da.
Mit scheint als ob hier alles auf externe Entwickler ausgerichtet ist, da macht das Teambuilding, Mentoring und Feedback schon jemand anderes.
Man wirft nur Aufgaben über einen Zaun mit Lieferdatum drauf, „Team“ heisst dass das Management ein paar (zu viele) Leute zusammengesetzt hat um ihnen dann Aufgaben zu geben.
Was ist das eigentlich mit diesem SCRUM Master der jeden morgen das Board vorliest?
Ist man damit dann „Agil“?

Naja, der letzte Fehlgriff war schlimmer, dieser lässt sich länger aushalten, die verwendete „Technologie“ ist super für den CV.
Die Kollegen sind fast okay, nicht wirklich engagiert, aber sehr irriteirend finde ich persönlich dass man sich nicht zu dead lines bekennt und „wenn der Code nicht gut genug ist, wird nicht das nicht deployed, egal wie gut das feature funktioniert“, sowas in einem Startup/Speedboat.
Die meisten Entwickler hier kommen aus Konzernen, wo es so abgeht wie @TMII das beschreibt (Siemens, Bosch, EADS/Airbus, VW, etc. pp.), da gehört „Doku schreiben“ zur Definition of Done lol
Auf Dauer ist das nix für mich mehr.

Hab nächste Woche Einstellungstests bei meinem altem AG aus Australien, die brauchen jetzt doch ein paar Leute mehr hier in Europa. Wenn das klappt, wäre das wunderbar für mich :slight_smile:

Edit:
Aus dem „Nähkästchen“ geplaudert, bei uns hat sich kein interner Entwickler mehr Vorgestellt, der weniger als 90k gefordert hat (ich weiss das :wink: ), wir bieten niemandem soviel, aber müssen schon gute Angebote machen/hart verhandeln.
Muss sagen, da war kein „Senior Entwickler“ dabei nach meinem „persönlichem Standard“, aber hgey was weiss ich schon.
Der Schnitt in München für interne Senior Entwickler war lange Zeit stabil, ca. 80k über die letzten Jahre, das scheint sich zu ändern.

Also ich kenne es von meinem Ex Ex AG, zu dem ich noch ein gutes Verhältnis habe, dass Leute die 1-2 Jahre bisschen was mit IT Security gemacht haben, nicht unter 80k gehen, teilweise deutlich drüber. Und das ist Deutschland weit. Und teilweise halt nur Anweisungen ausgeführt haben…

Unter 100k würde ich für 40h auch nicht mehr arbeiten gehen aber bin eben auch länger im Business.

Ich hatte mich schon gewundert, dass du da weg bist. Ich kann mir vorstellen, dass das ein toller Arbeitgeber ist :slight_smile: Lag es denn daran, dass du aus Sydney weg wolltest, oder hatte das andere Gründe?

Ja das mit den Lockdowns in Sydney war gar nicht gut für mich.

Hatte da eine winzige Wohnung (28qm), ausser mir niemand da, hab 6 Wochen mit niemandem direkt gesprochen (nur Zoom) und die Flughäfen waren geschlossen.
Als die wieder (kurz) offen waren bin gleich weg (Juli 2020), deswegen hab ich gekündigt.
Bald danach gab es den offiziellen Travel Ban, der ging bis bis Juni diesen Jahres, wie angekündigt.

Das ist verständlich. Ich drücke dir die Daumen, dass es die Woche gut läuft. Ggf. bringt es dir ja etwas, dass du das Unternehmen und die Philosophie schon gut kennst.

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Ach stimmt, du warst ja der von down under. Crazy…

Hallo,

Ich bin bei Ihren Worten über die Lebenslaufkontrolle durch Algos hängen geblieben; das scheint heutzutage so wahr zu sein… Deshalb möchte ich hier fragen: Was gehöret Ihrer Meinung nach in den perfekten Lebenslauf für einen Junior IT-Entwickler? Sie wissen vielleicht, dass einige Schlüsselwörter von Nutzen wären und sogar noch besser, wenn sie aus Ihrer Erfahrung stammen.

Ich bin für jeden Vorschlag dankbar.

Ich arbeite in einem Unternehmen mit 3500 MA. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass bei uns alle Bewerbungen von Menschen gelesen und bewertet werden.

Bei mir persönlich wären Stichwörter gut wie: Kentnisse; Entwicklung, Java Script und OZG.