Proteste in Amerika

Wir sind zwar nicht Amerika und haben das Problem nicht, und man sollte sich nicht in andere Angelegenheiten einmischen; aber mein neuster Kenntnisstand ist, dass sie nun einige Statuen und Denkmäler, die da schon seit 200 Jahren stehen (z.B. das von Columbus), abreißen, finde ich nicht so gut. Wie seht ihr das, können Proteste etwas auch überstrapazieren?

Also bei Südstaatengenerälen sollte es keine Frage sein, bei uns stehen ja auch keine Altnazis in Bronze herum. Bei Kolumbus ist die Frage, ob er als Kind seiner Zeit besonders rassistisch oder grausam war. Und erst in letzter Zeit wird ernsthaft hinter die geschönte Fassade des großen Entdeckers geschaut. Die Forschung zeigt dabei leider ein ziemlich abstoßendes Bild. Geht man von den neuesten Erkenntnissen aus, muss man meiner Meinung nach zum Schluss kommen, dass Kolumbus auch gemessen an den Standards seiner Zeit ein ziemliches Scheusal war, und alles andere als ein Vorbild:

Das wusste ich nicht, Danke für die Info. In der Schule wird dieser immer als „der Entdecker schlechthin“ vermittelt. Dann scheint es tatsächlich angebracht, ein paar dieser Bronzefiguren zu köpfen (sehr zum Ärger Trumps)…

Edit: Andererseits sollte aber auch nicht ein Verdacht auf Geschichtsklitterei aufkommen… Also, wenn man alle Denkmäler abbauen würde, auch die Abscheulichen, dann ändert sich die Geschichte ja nicht.

Mich hat xkcd da etwas irritiert. Ansonsten ist xkcd ja schön unpolitisch, aber jetzt ist da auch BLM auf der Titelseite. Ich bin nicht so tief da drin, und Tagespolitik interessiert mich wenn überhaupt dann nur gerade so weit, wie sie unmittelbaren Einfluß auf mein Leben hat. Aber ich stimme zumindest dem zu, was der (schwarze :roll_eyes: ) Schauspieler Morgan Freeman auf die Frage geantwortet hat, wie man Rassismus besiegen kann. Und ich glaube, dieser Link passt hier auch noch hin: Tinkerbell Effect.

Wow. Scheint als hätte Tinkerbell ein paar Steroide eingeworfen: https://en.wikipedia.org/wiki/Capitol_Hill_Autonomous_Zone :flushed:

Ist das jetzt eine neue/andere? Also nicht die, die schon nach kurzer Zeit kein Essen mehr hatte und um Spenden gebeten hatte? Wo sie auf ziehmlich lächerliche Weise versucht haben Essen anzubauen?

(Wie ein Kommentator sich darüber lustig gemacht hat, dass die um (natürlich: veganes!!!111) Essen gebettelt haben, habe ich auch gesehen, aber…)

Ich weiß/wußte nicht, wie „bekannt“ das ist - also ob es z.B. auch schon in den Fernsehnachrichten erwähnt wurde. Ich fand aber, dass die Situation, dass die Polizei schlicht das Feld räumt und die Station verläßt (und, natürlich, die „Sicherheit“ in diesem Bereich dann von ~„irgendwelchen anderen bewaffneten Personen“ aufrecht erhalten werden muss) etwas befremdlich.

Der Vergleich wird der Tragweite dessen, was da passiert, wohl nicht gerecht, aber … es erinnert ein bißchen an den klamaukhaften Dialog: „Immer widersprichst du mir“ - „Nein, mache ich nicht“ - „Siehste???“. Wenn gegen Pollizeigewalt in einer Form „„demonstriert““ wird, die nicht den elementarsten Regeln entspricht, die notwendig sind, um nicht im Chaos zu versinken, und jedes Vorgehen dagegen als „Polizeigewalt“ angeprangert wird, ist man in einem Dilemma. Bin mal gespannt, wie sie das auflösen.

In Stuttgart war ja in der Nacht von Samstag zu Sonntag auch gut was los… Allerdings hatte die sich (plötzlich) gegen die Polizei solidarisierende Gemengelage keinerlei „politische Motivation“, wie es in den Nachrichten hieß, außer eben: fxx the police. Ich denke, den nicht friedlich Feiernden war einfach langweilig gewesen, woraufhin es dann zu den Randalen kam. Ich denke nicht, dass eine einzelne, zunächst friedlich verlaufende Drogenkontrolle dafür ausschlaggebend gewesen ist. Fakt ist aber, dass nur ca. die Hälfte der Festgenommenen im Besitz eines deutschen Pass ist.

Einige haben mich vor nicht allzu langer Zeit als Spinner abgestempelt, als ich in Zusammenhang mit bestimmten … nennen wir es mal „Strömungen“… von einer „gefährlichen, feindseligen Ideologie“ gesprochen habe. Wer noch anzweifelt, dass das angemessen war: PN an mich. (Ich finde es übrigens ungeheuer lästig, dass ich dauernd Recht habe. Kann daran bitte mal jemand was ändern?).

Was ich auch gut finde… dass der taz auch mal die Rote Karte seiten der Bundesregierung gezeigt wird… Ja natürlich, wir haben die Pressefreiheit usw., dennoch stelle ich mir unter professionellem Journalismus mehr vor, als so etwas zu schreiben… Deswegen landet die Werbung der taz bei mir auch schnell auf der Mülldeponie…

Hehe… Ist für mich witzig von dir zu lesen, da gerade du bei jedem Hinweis seitens der Moderatoren dieses Forums auf deine vermeindlich falsche Meinnung entsprechend ruigh und entspannt reagierst.

Ich denke man kann froh sein in ein Land emegriert zu sein, das eine entsprechend ausgeprägte Gewaltenteilung hat. Und hier hat die Bundesregierung nun mal keine Meinung zu einzelnen Autoren abzugeben. Obwohl ich gerade nicht weiß, welche rote Karte du meinst, noch um was es geht. Aber das ist nebensächlich.

Nääähm. Nicht so. Schon dass von ~„der Bundesregierung“ die Rede war, war etwas problematisch. Ich hab’ auch noch nicht viel darüber gelesen (und könnte jetzt nach beliebig vielen Details raussuchen, um Wissen zu heucheln), aber soweit ich das mitbekommen habe, hat ein bekannter Politiker Anzeige erstattet, gegen einen Kolumnisten der TAZ. Der Grund für diese Anzeige war eine Kolumne (Google taz polizei, Auf Gut Glück).

Ein paar weitere Punkte:

  • Gewaltenteilung bezieht sich nicht auf die Presse (auch wenn sie gelegentlich als die „Vierte Gewalt“ bezeichnet wird)
  • Dieser Politiker hat, als Privatperson(!), durchaus das Recht, Anzeige zu erstatten
  • In der Kolumne wurden die Auswüchse der angesprochenen „feindseligen, gefährlichen Ideologie“ so deutlich, dass jeder Rechtfertigungsversuch ziemlich hilflos wirken würde - aber wer es versuchen will: Nur raus damit. (Jetzt nichts von „Satire“ oder „Ironie“ schreiben, das wäre in diesem Fall ein ziemlich wackliges Argument)

Ok, seitens einer Privatperson, die auch MdB ist… die taz hat sich da einfach meiner Meinung nach tierisch ins Fettnäpfchen gesetzt.

Jo, war mir klar, zumindest logisch. Jedoch bezog ich mich auf das hier geschriebene dem Wortlaut nach.

Wieder problematischer Artikel in der taz https://taz.de/Immanuel-Kant-und-der-Rassismus/!5692764/ imo hatte Kant keine „rassistischen Vorurteile“, er hatte nur das zusammengefasst, was andere Reisende und Seefahrer ihm erzählt hatten.

Kurzum: Immanuel Kant hatte zwar rassistische Vorurteile, glaubte aber nicht daran, dass „Rasseeigenschaften“ angeboren und unveränderlich seien. Er war zudem ein Gegner von Leibeigenschaft wie Sklaverei und schon früh einer der schärfsten Kritiker der kolonialen Expansion europäischer Staaten. Dieses Denkmal kann, nein, muss geradezu stehen bleiben.

Das ist das Fazit von dem Artikel. Wenn man sagt, alle Deutschen essen immer Kartoffeln, dann ist dies ein rassistisches Vorurteil.
Kant hat, laut dem Artikel, auch etwas verallgemeinerntes über Afrikaner gesagt, egal woher er es hat, das nennt man dann Vorurteile. Also ein Urteil, bevor man jemanden kennt.

Ich finde den Artikel nicht problematisch.

*genervt seufzt* Nein, ist es nicht. Falls du der irrigen Annahme bist, mir eine Definition des Begriffes „Rassismus“ nennen zu können, nach der diese Aussage „rassistisch“ wäre: PN an mich. (Vorher etwas lesen, dann können wir uns vielleicht die Zeit sparen…)

Naja wie nennst du denn sonst ein Vorurteil, dass einer ganzen ethnischen Gruppe zugeschrieben wird? Mir fällt da kein besseres Wort als rassistisches Vorurteil ein. Aber gerne kannst du mir dafür ein besseres Wort nennen.

DAS SOLL AUF KEINEN FALL RASSISMUS RELATIVIEREN und ich sag damit auch nicht dass „Wir Deutsche leiden genau so unter Rassismus, weil ich mal gehört habe, dass einer Alman gesagt hat!11!elf!“.

Der Artikel differenziert ja auch zwischen „rassistisches Vorurteil“ also ein Vorurteil auf Grund der Rasse (ob Menschen Rassen haben ist eine ganz andere Frage) und Rassismus.

Soweit mir bekannt, hat Kant Königsberg nur selten verlassen, und seinen „Input“ von Leuten erhalten, die diese Länder bereist hatten, ohne den Wahrheitsgehalt der Aussagen verifizieren zu können. Dessen ungeachtet, sind dann seine Schlussfolgerungen daraus interessanter. So wird ihm heute meist Schlimmes nachgesagt, „rechts“, rechte Gesinnung, rassistische Vorurteile oder Rassist. Überträgt man allerdings seine „Maxime“ auf die heutige Zeit, so würde er wünschen, dass in Syrien Frienden herrscht und dass es wiederaufgebaut würde. Ob das impliziere, dass er gegen Immigration sei, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls ist das, wie es die taz auch schreibt, kein Grund, um sein Denkmal zu entfernen. Das hatte ich erst nicht gelesen, aber du hast recht, ButAlive.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das nun auf die Frage rausläuft, ob Deutsche (die dauernd Kartoffeln fressen) oder Niederländer (die dauernd Käse fressen) unterschiedliche „ethnische Gruppen“ sind. Aber … in solchen Situationen taste ich gerne Grenzfälle ab (und das schöne ist, dass man das oft machen kann, ohne Aussagen zu machen, sondern nur, indem man Fragen stellt) : Wenn ein Hesse sagt, dass Bayern dauernd Bier trinken, ist das dann deiner Definition nach auch „rassistisch“?