Wochenende!


#12534

@ionutbaiu der Denkfehler ist, dass du unterstellst, dass die Opposition gleichbedeutend zu nichts ist. Weder die SPD (2x) als auch die FDP haben es geschafft in einer Koalition mit Frau Merkel ein eigenes Profil zu haben. Dieses Profil wollen jetzt beide wieder schärfen.
Ich denke zum Beispiel, es wäre um einiges besser gewesen, wenn 2015 Frank-Walter Steinmeier, als Außenminister, die Grenzen geöffnet hätte, als Angela Merkel. Sie hätte es ja dann auch bewilligen können. Nur von der SPD hätte man so etwas “eher” erwartet und die Konservativen hätten die Union immer noch gehabt.
Merkels Politik ist Opportunismus pur, und mit diesem untergräbt sie sowohl die Themen anderer Parteien, als auch die der eigenen.
Für mich ist genau dieses Wischi Waschi der Grund für die Erstärkung der AFD, weil manche Leute Prinzipien brauchen.
Disclaimer: Ich bin kein afd-Wähler


#12535

Ich wusste gar nicht, dass man solange Neuwählen kann, bis das Ergebnis schön ist. :smiley: In 4 Jahren will ich auf dieses Privileg, zweimal zu wählen, auch nicht verzichten(!) - die erste Stimmabgabe wird dann einfach weggeschmissen.


#12536

Ich glaube nicht, dass das ein Denkfehler ist. Opposition ist gleichbedeutend mit nichts. Wenn ich Regierungskritik hören möchte, dann schaue ich mir die Wochenshow oder die Anstalt an oder Quer. Das ist auch noch unterhaltsam. Oder was hat die Linke in der letzten Legislaturperiode geschafft? Grüne?
Nichts! (Doch die Homoehe, juckt mich aber nicht)

Ihr eigenes Profil hätte die SPD aber damals auch nicht in der Opposition schärfen können. Die SPD hätte eben solange fordern müssen bis die CDU aussteigt und dann eben marginal zurückrudern. Wenn sie das nicht können sind sie ungeeignet, da können sie so lange in der Opposition verweilen bis sie schwarz werden. Der CDU aber ankreiden, dass sie gewitzte Politiker sind, die wissen wie sie etwas durchbekommen ist bestenfalls naiv. Da könnte man sich auch darüber aufregen das Bayern München die letzten 5 Jahre Deutscher Meister im Fußball wurde.

Bin wirklich kein Fan vom FCB, aber der Erfolg gibt ihnen recht. Sportlich wie auch Finanziell. Sollen die etwa freiwillig mal ein Jahr in die zweite Liga gehen, damit Bundesliga wieder spannend wird?

Für die FDP gilt eben dasselbe für die davorliegende Legislaturperiode.

Seine eigenen Prinzipien kann man durchsetzen wenn man eine absolute Mehrheit hat. Solange dass nicht da ist braucht es einen Kompromiss. Und wenn man den Kompromiss nicht besser ausgehandelt bekommt als garnicht Teil der Lösung zu sein, dann macht man etwas grundlegend falsch.

Letztendlich hab ich gehofft, per Briefwahl zu wählen und dann in 4 Jahren zu gucken was dabei rauskommt und dann entscheiden wer wieder gewählt wird, bevor der neue Wahlkampf losgeht. Bleibt mir ja nichts anderes übrig.


#12537

Opposition ist nicht “nichts”. Juniorpartner in einer Koalition zu sein kann in einem Desaster enden - frag mal die SPD, aber ein paar Jahre zurück haben auch FDP und Grüne in solchen Konstellationen Federn lassen müssen. Das jetzt noch mit einem weiteren Juniorpartner, der exakt in die entgegengesetzte Richtung zieht, macht es noch schlimmer. Die Partei verliert an Glaubwürdigkeit, verschleißt Führungspersonal und reibt sich in Grabenkämpfen zwischen Realos und Fundis auf. Klappt aber zufällig mal etwas, war es natürlich Muttis Verdienst.

Opposition dagegen heißt, an allem ordentlich rumnörgeln zu dürfen, Untersuchungsausschüsse genüsslich auszuwalzen, vielleicht noch im Bundestag zu blockieren (guckt keiner so genau hin, wird nachher der Regierung angekreidet) und die Partei gegen den gemeinsamen Feind zu vereinen.

Aber dann wäre es nicht witzig gewesen :stuck_out_tongue:


#12538

Soll das eine Beschreibung der FDP sein? Hört sich eher nach den Grünen an. Es ist aber auch schon 12 Jahre her seit die in der Regierung waren.
Wenn die Partei in sich keine klare Linie hat, dann muss sie sich eben splitten.

Juniorpartner
Von was träumen den die Juniorpartner? Von der absoluten Mehrheit? Lediglich in BaWü haben die mal die Landesregierung übernommen. Dafür musste aber zuerst die CDU die Laufzeiten verlängern während zeitgleich in Fukushima Atomkraftwerke in die Luft flogen und der ach so schlaue Herr, nichtmal als MP gewählt, Mappus die Polizei losschicken Demonstranten zusammenzuknüppeln und nicht einsehen dass dies nicht angemessen ist. Also quasi Weihnachten, Geburtstag, Neujahr und Ostern an einem Tag. Soll sehr selten vorkommen.
Juniorpartner ist das höchste der Gefühle was Grüne, FDP oder Linke in absehbarer Zeit erreichen können. Bei der SPD bin ich mir noch unsicher.
Wenn sie nicht Juniorpartner sein wollen, dann brauchen sie garnicht erst antreten. Mehr ist illusorisch. Und für die Opposition brauche ich niemanden wählen.

Und das ganze, ich nenne es mal “stören” bringt doch nichts. Es würde ja auch nichts bringen, wenn man jedes Wochenende einen Bayernspieler zum Sportinvaliden tritt. Damit schafft man ja auch nichts Konstruktives. Warum ist der Plenarsal den oft so leer? Weil die sich das Gelaber nicht gönnen möchten.

Mir ging es nur um den Gedanken des Rationalen Handelns. Und da ist eben der Ausstieg aus Verhandlungen für eine Partei wie die FDP die schlechteste Option, weil die FDP nichts davon hat. Ich persönlich rechne sogar damit das die FDP bei Neuwahlen federn lässt und garnicht erst reinkommt.

Ich bin wahrlich kein Freund von CDU und FDP, GroKo unter aller Kanone. Aber es ist eine Katastrophe dass man keinen Kompromiss findet. Das Feld in dem man Kompromisse finden kann ist gross genug. Es gibt ja Schnittmengen. Ist man allerdings raus, dann ist das Ergebnis unter Umständen eine disjunkte Menge. Dann hat man keines von den Zielen erreicht.

Wenn man Pech hat, dann fängt Merkel mit Energiewende an, wird zur Klimaschützerin und nimmt den Grünen die Themen weg, während diese in der Opposition Däumchen drehen.


Oder siehs mal so, die SPD hatte 2013 25,7% und ist jetzt bei 20,5% (-5,2%)
5,2% werden somit nicht mehr von der SPD vertreten, kann man jammern, die sind weg. Die haben zur SPD “Fuck you” gesagt. Oder sie fühlen sich wo anders besser vertreten. Ist ja deren Entscheidung.
20,5% haben der SPD die Treue gehalten. Trotz GroKo. Zu denen hat die SPD “Fuck you” gesagt, wir gehen in die Opposition.
Deren Interessen, der 20,5% bleiben nun auf der Strecke. Die sind nicht vertreten. Ob es natürlich besser wäre wenn sie von der SPD vertreten werden ist fraglich, ich hab da so Lieder gehört.

Zudem sollten sich auch die Parteien im klaren sein, dass das “schlimmste” Szenario, eine absolute Mehrheit für die AfD nach Neuwahl sein könnte. Ob sich diese Parteien dann noch mit dem Regierungsprogramm identifizieren können wage ich zu bezweifeln. Da wäre dann jedes Sondierungsergebnis um Welten besser.

Der einzig richtige Verlierer wird wohl Frauke Petry sein, sofern kein Wiedereintritt in die AfD erfolgt. Aber ihr bleibt ja noch das Mandat im Landtag. Das soll ja auch ein Vollzeitjob sein. Warum der wohl noch nicht gekündigt wurde? Chapeau, diese voraussicht!


#12539

Im Gegenteil. Die SPD ist mit dem Versprechen in die Wahl gezogen, die GroKo nicht zu verlängern. Es ist schwer zu sagen, wie viele sie genau deshalb gewählt haben, aber es sind nicht wenige. Wäre die SPD jetzt wortbrüchig, würde sie den letzten Rest von Glaubwürdigkeit (und Profil) verlieren.


#12540

Ob es wohl als Zeichen zu deuten ist, dass Charles Manson und Jamaika den selben Todestag haben?

Jede Wette… das mit den Neuwahlen kann mehr ins Auge gehen, als der Verlust jedweder Glaubwürdigkeit…
Naja… Die AfD wird schon nicht in den Bundestag einziehen…
Ok, nu ist sie im Bundestag, aber sie wird sicher nicht stärker vertreten sein, als etwa die Grünen oder die FDP
Verdammt, was solls. Die AfD wird sicher nie drittstärkste Partei
Mist… AfD-Regierung.

Als ob man neben Glaubwürdigkeit oder Gesichtsverlust nicht auch noch Plichten hat.


#12541

Können wir mal aufhören der AFD so eine Relevanz anzudichten, dass sogar Regierungsbildungen auf sie ausgerichtet werden müssen? Ja, sie hat 12% bekommen, und ja das ist viel zu viel. Jetzt aber in Deutschland den politischen Pragmatismus weiterzuführen, nur aus Angst dass alles andere zu mehr Prozenten für die AFD führen ist genau so falsch wie ihre Politik zu kopieren (ich sehe dich an, CSU). Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass ein Schwenk in der Migrationspolitik die AFD weiter stärkt und legitimiert (siehe Österreich, Italien, UK,…). Das richtige Mittel dagegen anzukämpfen wäre eine Politik, mit welcher langfristig erkennbar ist wo die Vision liegt die strukturschwachen Gegenden zu fördern und die Ungleichheit im Land zu beseitigen. Und so eine Politik ist mit einer Regierung, die nur auf Kompromissen basiert und nur auf Sicht operiert, nicht möglich.


#12542

Man kann dies mMn von zweierlei Seiten sehen. Einerseits kann man der AfD Relevanz “andichten”, andererseits allen anderen Parteien aber auch Relevanz absprechen - z.B. weil sie sich - alle wie sie da sind - viel wichtiger nehmen, als die “Probleme” der Deutschen, die sie deswegen nicht geregelt bekommen.

Daraus resultiert ein großer Anteil Politikverdrossenheit. Wenn schon die Parteien nicht wissen, wie sie zu agieren haben, damit es deutschen Bürgern an nichts mangelt, wie soll es dann der Wähler wissen? Zuletzt beibt im Zweifelsfalle genau ein letzter Märtyrer-Wähler übrig und der wählt auch noch AfD - welche dadurch 100% der Stimmen bekommt, jedoch bei einer Wahlbeteiligung, die einfach zum Koddern ist. Ist das relevant oder nicht?


#12543

Ich glaube, dann meinen wir sogar das selbe :wink:

Ich halte die Wähler der AfD durchaus für relevant, nur die Partei nicht. Denn sie wird aus Protest gewählt, nicht wegen ihrem Programm. Politikverdrossenheit haben wir nicht wegen Migranten, Energiewende oder gleichgeschlechtlicher Ehe, sondern weil es Dörfer in einigen Regionen in Deutschland gibt, in denen die Leute nicht wissen wie sie Arbeit finden sollen, oder nach 8 Uhr abends kein Bus mehr fährt.

Eine Regierung, die sich aber auf keine Themen einigen kann und nur “pragmatische” Kompromisse hinbekommt (siehe auch GroKo), ohne eine Vision oder eine klare Linie zu haben, wird sich nicht um so etwas kümmern (ob es schwarz-gelb oder rot-grün hinbekommen würden, ist natürlich wieder eine andere Frage)


#12544

Also ich halte die Tendez zur AfD nicht mehr bloß für harmlose Protestwahl, sondern für Verzweiflung. Die AfD hatte noch nie die Chance zu zeigen, was hinter ihren Worten steckt - die anderen Parteien aber haben mehrfach bewiesen, das sie möglichst wenig auf die Reihe bekommen und das nur wegen ihren Querälen untereinander.

Im Übrigen halte ich es auch für naiv zu glauben, die AfD hätte nur ein Parteiprogramm zur Bewältigung einer künstlich gepuschten Flüchtlingskriese, denn die ist irgendwann (mit oder ohne AfD) mal vorbei. Und mit dem Ende der Flüchtlingskriese endet sicher nicht die Existenz einer Partei.


#12545

Also entgegen dem Mainstream denke ich, dass eine Minderheitenregierung genau das ist, was wir eigentlich brauchen.

Nur mit einer Minderheitenregierung entstehen zu jeder einzelnen Entscheidung genau die Mehrheitsverhältnisse, die der Wähler (für diese Entscheidung) gewollt hat. Außerdem können die Parteien ohne Koalitionszwang in jeder Abstimmung entsprechend ihrem Parteiprogramm votieren. Umgekehrt weiß man als Wähler dann auch, wie ernst es einer Partei mit ihrem eigenen Programm ist, wenn sie es dann doch nicht tut, ohne sich mit dem Koalitionszwang rausreden zu können.


#12546

Leider weiß man bei einer Minderheitenregierung noch viel weniger, ob da noch Politiker mit einem Parteiprogramm oder Lobbisten voten (bzw. voten lassen).


#12547

Vorher nicht, aber nachher.
Und dann kann man Konsequenzen ziehen.

bye
TT


#12548

Wer noch mit Java 8 kämpft, ist vielleicht daran interessiert:


#12549

Nach genauerem Einlesen in das Thema dürfen die Probanden aber nicht miteinander kommunizieren und kennen sich auch nicht.
In Industrieländern waren die Angebote von A im Schnitt bei 40%. In anderen Kulturen weit geringer.
Mit der Interpretation das eine komplexe marktwirtschaftliche Kultur nicht ohne diese Art der gerechten Verteilung überlebensfähig ist.

Das Thema finde ich sehr interessant.
Aus Sicht von A hätte ich auch 50/50 geboten, aus Sicht von B hätte ich jedes andere Angebot für unverschämt empfunden und 90/10 gegen-gefordert, weil ich am längeren Hebel sitze und über alles oder nichts entscheide - nicht A.
Vorausgesetzt ich dürfte mit A kommunizieren


#12550

Das schrieb ich bereits (schau einfach mal nach), dass je nach Intelligenz immer 5 Eur geboten würdn, da alles andere keinen Sinn.


#12551

Das ist überhaupt nicht logisch, das ist nur unsere instinktive Idee von “Fairness”, die wir mit anderen Primaten teilen. Im Prinzip kann einem doch egal sein, was eine fremde Person bekommt, und wenn man das ausblendet, reduziert sich die Frage auf “Willst du 1€ oder nicht?”. Warum sollte das ein rational handelnder Mensch ablehnen? Weil jemand anders 9€ bekommt?

Unsere starke Ablehnung kommt daher, dass evolutionär gesehen “Fairness” in der Horde wichtiger war als absoluter Besitz: Wer sich mit Almosen abspeisen ließ, verlor seinen Status und verringerte seine Chance auf Nachkommen. Heute sehe ich den Menschen mit seinen 9€ nie wieder, wenn er aus der Tür hinausgeht - es kann mir völlig egal sein, weil es zilch Einfluss auf mein Leben hat. Den meisten ist es das aber nicht.

Viele unserer aktuellen Probleme lassen sich darauf zurückführen, dass wir uns selbst eine Welt geschaffen haben, in der viele unserer ererbten Instinkte uns mehr schaden als nützen.


#12552

Mensch ich bin ein Visionär. :blush: :


#12553

Du bist aber nicht der Bundespräsident. Gibs zu - du hast ihm gesagt, er solle ein “Machtwort” sprechen. :smiley: