Wahl-O-Mat zu Europawahlen

#1

Im Wochenende kann ich ja leider nicht antworten…

Aber Landei hat das Thema begonnen:


In ca. 10 Tagen ist Europawahl und hab ich den Wahl-O-Mat ausprobiert, erschreckend daran ist, dass von 8 ausgewählten Parteien, auch zwei Christliche dabei, mir mit den Übereinstimmungen meiner Antworten die Afd sehr weit oben angezeigt wird. Was nun, Positionen ändern, leugnen oder wählen?

Hier noch ein Link: https://www.merkur.de/politik/europawahl-2019-afd-aendert-weitreichende-aussage-in-wahl-o-mat-zr-12278012.html .

Würd mich über eine Diskussion freuen und kein flamewar oder so. :smiley:

#2

Weder noch: einfach ignorieren. Die AfD setzt natürlich alles dran um an Wähler zu kommen - also platzieren sie sich auch entsprechend im Wahl-O-Mat. Aber nur, weil da Übereinstimmungen da sind, muss man die noch lange nicht wählen!

Ich hab Briefwahl gemacht und es einfach gehalten:
Schritt 1: Wahl-o-mat
Schritt 2: Vorsortierung: CDU/CSU/SPD und den Braunen Dreck (NPD/AFD) ignorieren
Schritt 3: Die übrigen Parteien systematisch vergleichen (basierend auf den Fragen die für mich am wichtigsten sind).

Da für mich nicht alle Fragen des Wahl-O-Mat interessant sind, sehe ich diesen eher als Tool zum vorsortieren an. Mehr nicht. (Für die lokale Wahlen z.B. sind bei mir alle Parteien rausgeflogen, die gegen eine zweite Rheinbrücke waren - auch wenn diese laut Wahl-o-mat super zu mir gepasst hätten).

Und nochmal: Der Wahl-o-mat soll dir helfen ein Bild über die Parteien und deren “vermeintliches” Parteiprogramm zu geben. Er sagt dir nicht, wen du wählen sollst.

#3

Es reicht eben nicht, wenn eine Partei die gewünschten Position in ihrem Wahlprogramm vertritt, sie muss auch willentlich und fähig sein, ihre Versprechen einzulösen. Und damit ist AfD raus (und bei mir noch viele andere Parteien, deren Wahlprogramm eigentlich ganz nett aussieht).

Ich finde, die Auffassung, dass wir in “Clownworld” leben, ist inzwischen nicht mehr von der Hand zu weisen, und da passt eine Satirepartei für mich am besten.

#4

Jede Partei gibt auch eine Erklärung ab, weshalb sie so gestimmt hat. Bei manch einem Punkt hab ich dann tatsächlich meine Meinung geändert, weil die Begründung gut war. Manch eine Partei hatte zwar die gleiche Meinung, aber aus den falschen Gründen.

Zudem sind nicht alle Themen im Wahl-o-Mat vertreten. Vielen jungen Wählern/Schülern war doch zum Beispiel Artikel 13, Thema Digitalisierung und Friday for Future ein Dorn im Auge. Wird im Wahl-o-Mat gänzlich nicht behandelt.

Auch ist es nicht nur wichtig “Was” regiert wird, sondern auch “Wie” regiert wird. Da muss man nicht mal die gleiche Meinung haben wie manch Demonstranten, aber die ein oder andere Partei versteht unter Demokratie wohl das diffamieren und tätliche Angreifen von Anders-Meinungsträgern. Dazu zählt auch das gezielte Untergraben der Demokratischen Rechte.

All die Fragen löst der Wahl-o-Mat nicht. Da kann es noch so viel Übereinstimmung geben.

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#5

Es ist kompliziert. Es gibt ja sooo viele Parteien. Die 5-Prozent-Hürde entfällt ja. Ich kann mir das alles nicht durchlesen, bei über 30 Parteien. Hab auch Briefwahl gemacht, und nun eine Partei angekreuzt, die nicht unter den “Big Five” ist, kein “C” im Namen hat (nicht “christlich” ist), nicht nur ein Thema behandelt und nicht “links” oder “rechts” zu verorten sei.
Na klar, ist der Qual-O-Mat (:smiley:) nur zur Orientierung zu nutzen, und nicht als Vorgabe. Aber er beinhaltet durch doch viele Fragen eine ungefähre Tendenz der Parteien, die man wählen könnte.

#6

Wem die Auswertung des Wahl-O-Mat nicht ausreichend ist oder sich lieber an gestroffenen Entscheidungen der Parteien im Europa-Parlament orientiert, kann ich noch den Digital-O-Mat empfehlen.

#7

Also bei mir war die AFD dort wo sie hingehört, bei unter 10% Übereinstimmung.

Ansonsten teile ich Landeis Meinung, Satire passt zur heutigen Welt.

#8

Finde es schon sehr schwierig eine eigene Position zu den Fragen zu finden und denke auch, dass die meisten Menschen überfordert damit sind zu erkennen was gut für sie ist und welche Konsequenzen die einzelnen Entscheidungen nach sich ziehen.

Zum Beispiel Tierversuche in der medizinischen Forschung.
Der erste Impuls, Tierquälerei, damit möchte man ja nichts zu tun haben.

Man muss aber das ganze Bild sehen. Wieviele Menschen werden dadurch gerettet? Wandert die medizinische Forschung dann nach Asien oder Amerika ab? Soll es später Importverbote für Medikamente geben die mit Hilfe von Tierversuchen entwickelt wurden? Welche Alternativen soll es dazu geben? Ganz zu schweigen wie sich das Finanziell auf die europäische Pharmabranche auswirkt.
Jetzt in einem Alter, in dem man noch nicht regelmäßiger Kunde in der Apotheke ist, juckt das einen noch nicht, was in der Medizin möglich ist oder wäre. Aber heute wird das Zeug entwickelt, was man dann in 20 Jahren bräuchte. Das ist ein zeitlicher Horizont, der weit jenseits dessen liegt womit der normale Wähler so zu tun hat. So glaube langsam das Mittagessen ist fertig. Es gibt Fleisch!

Eigentlich kann ich nur noch nach Gefühl wählen. Also raten.

Ich schau ja auch gern mal politisches Kabarett (wobei man da auch aufpassen muss, dass es nicht zufälligerweise gerade “echte” Nachrichten waren), aber zum Lachen ist das schon lange nicht mehr, sondern nur noch zum Heulen. Aber man lacht trotzdem, amüsiert sich und alles geht weiter wie gehabt.